Mittwoch, 30. November 2016

1. Advent Gewinnspielrunde - Gewinner ist ...

Guten Abend zu später Stunde. Die Glücksfee hat nun aus der kleinen Schar tapferer Teilnehmerinnen ein Los herausgezogen, und auf dem stand der Name ...

Bild: Manfred Walker / pixelio.de
... Trommelwirbel ...

... tadaaaaaaa ...

... Tusch! ...

Sinni

Herzlichen Glückwunsch! Liebe Sinni, du erhältst ein Exemplar des grandiosen Auftakts zur Urban Fantasy Saga

Kruento - Der Anführer

Mit persönlicher Widmung von der Autorin Melissa David höchstselbst!

Ich werde dich noch per E-Mail kontaktieren, bitte checke also schnellstens deine Mailbox!

Allen anderen vielen Dank fürs Mitmachen! Das war ja erst die erste Runde. Da kommen noch drei. Am 2. Advent geht es weiter, dann gibt es hier den superspannenden Wissenschaftsthriller "Pandemie" von Thor Ansell zu gewinnen. Also: Dranbleiben!

Sonntag, 27. November 2016

1. Advent - Gewinnspiel mit Melissa David

Bild: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
Fröhlichen 1. Advent, ihr Lieben! Na? Schon lecker Glühwein getrunken? Stollen genascht? Plätzchen gebacken? Noch nicht? Aber doch wohl schon ein gutes Buch gelesen? Was??? Auch nicht? Na, so geht das doch nicht. Es gibt schließlich so viele gute Bücher! Ein paar davon werde ich euch in der Adventszeit näher vorstellen - und ihr habt die Möglichkeit, diese Bücher zu gewinnen! Alles klar? Dann kann's ja losgehen!

Janas dunkle Geschichten präsentiert:

Melissa David - Kruento

Bild: Melissa David
Ich habe Melissa bereits vor ein paar Jahren kennengelernt, als wir beide bei Bookrix sehr aktiv waren. Ganz aus den Augen verloren wir uns nie, und als Melissa eine Lektorin für ihren Vampirroman suchte und entdeckte, dass ich inzwischen in dem Bereich tätig war, schickte sie mir eine Anfrage. Zu dem Zeitpunkt war ich noch recht neu im Geschäft, hatte erst einige wenige Projekte abgeschlossen. Dementsprechend aufgeregt war ich auch, als ich schließlich das fast 400 Seiten umfassende Manuskript vor mir liegen hatte. Aber wir haben es hingekriegt, und zwar verdammt gut.

"Kruento - Der Anführer" war der erste Roman der Urban Fantasy Reihe. Mittlerweile sind zwei weitere Bände erschienen: "Kruento - Der Diplomat" und "Kruento - Der Aufräumer". Die Reihe läuft seit ihrem Erscheinen erfolgreich und begeistert eine treue, wachsende Fangemeinde, die jede Neuigkeit sehnsüchtig erwartet und auf den nächsten Band hinfiebert. Was die Kruento angeht, sind Melissa und ich zu einem richtig tollen Team zusammengewachsen. Wir tauschen uns zwischendurch aus, ich schlage viel vor, sie übernimmt, was ihr sinnvoll erscheint. Wenn ich dann den zweiten Lektoratsdurchgang mache, staune ich immer, was für einen schillernden Diamanten wir da herausgeschliffen haben. Meist geht es ja nur um stilistische Feinheiten, denn die Story selbst, die ist schon ganz schön genial.


Kruento - das ist eine faszinierende Welt, in der die Vampire, ebenjene Kruento, in ihrer eigenen Gesellschaft leben - mitten unter den Menschen und zugleich im Verborgenen. Manche von ihnen sind schon mehrere hundert Jahre alt, andere noch keine fünfzig. Sie haben eine ziemlich streng strukturierte Hierarchie, und jeder Vampir ist einem Clan zugehörig. Die Frauen haben eine aus heutiger, emanzipierter Sicht recht antiquierte, untergeordnete Stellung. Doch zum Einen bietet dieser Umstand ein herrliches Konfliktpotential, wenn einer der vampirischen, dominanten Protagonisten auf seine (noch) menschliche Traumfrau trifft, die sich mit der Hierarchie so gar nicht anfreunden kann. Zum Anderen werden treue Leser merken, dass sich mit jedem weiteren Roman eine gesellschaftliche Entwicklung unter den Kruento vollzieht und die anfangs existierenden Strukturen nicht so festgefahren sind, wie es zunächst den Anschein erweckt.

Echte Vampire glitzern nicht

Melissas Vampire faszinieren mich, denn sie schaffen den perfekten Spagat: Sie sind allesamt überirdisch schön, extrem sexy und überaus sinnlich. Aber sie trinken Blut, und sie tun das auch gern und ausgiebig und teilweise ziemlich skrupellos. Dass sie ihre menschlichen Opfer in der Regel nicht töten, hat wohl vor allem damit zu tun, dass sie nicht ständig die Spuren vor der Polizei verwischen können, ohne dass die ihnen irgendwann doch noch auf die Schliche kommt. Sie sind superstark, einige von ihnen können perfekt kämpfen, und das Beste: Sie glitzern nicht im Sonnenlicht! *hihi*

Die drei erschienenen Bücher spielen alle größtenteils in Boston, aber Vampire gibt es überall auf dem Erdball. Ein paar von ihnen lernen wir zum Beispiel in "Kruento - Der Diplomat" kennen. Wir dürfen gespannt sein, wohin die Reise für Melissa Davids Vampire noch gehen wird. Ich darf schon einmal verraten, dass sie am vierten Band schreibt. Und ich freue mich jetzt schon darauf, dieses Manuskript zu lektorieren.

So, ich hoffe, ich habe in euch die Neugier geweckt, und ihr wollt jetzt alle mehr wissen von Darius, Jendrael, Sam, Arnika, Pierrick und all den anderen. Melissas Bücher findet ihr als eBook bei Amazon und als Taschenbuch in allen gängigen Onlineshops und sogar in ihrem eigenen Onlineshop auf ihrer Website. Und im Buchhandel könnt ihr die Bücher auch bestellen, sollte euer Buchhändler die Titel wider Erwarten nicht im Sortiment haben. *hüstel*

Haben wir nicht was vergessen?

Achso, wir sind ja noch nicht ganz am Ende. Ihr könnt ein signiertes Exemplar von
"Kruento - Der Anführer"
gewinnen, dem Auftakt der Kruento-Saga. Darin lernt ihr die ehrgeizige Bostoner Polizistin Sam kennen, die einen mysteriösen Todesfall aufklären soll und bei ihren Ermittlungen auf den ebenso geheimnisvollen wie charmanten Darius trifft.

Wenn ihr in den Lostopf hüpfen wollt, dann hinterlasst hier einen Kommentar. Ihr habt dafür Zeit bis Mittwoch, 30.11.2016, 20 Uhr. Danach wird ausgelost und der Gewinner hier und auf meiner Facebookseite bekanntgegeben. Melissa wird dem- oder derjenigen das Buch dann mit persönlicher Widmung direkt zuschicken.

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen 1. Advent und viel Glück!

Freitag, 25. November 2016

Großes Adventsgewinnspiel - Ankündigung

Bild: wobigrafie  / pixelio.de
Advent, Advent - die wohl besinnlichste Zeit des Jahres steht in den Startlöchern. Vielerorts funkelt und leuchtet schon die Dekoration, die ersten Geschenke wurden versteckt (im Gästezimmer, im großen Schrank, oberstes Fach, ganz hinten), die ersten Weihnachtsmärkte haben schon ihre Pforten geöffnet, und wir beginnen allmählich damit, innezuhalten und auf das ausklingende Jahr zurückzublicken. Außerdem lädt das oftmals trübe Wetter mit all dem Regen, dem Nebel und der früh einsetzenden Dunkelheit geradezu ein, es sich daheim gemütlich zu machen, mit dem Lieblingsheißgetränk und einem guten Buch. Womit wir beim Stichwort wären.

So ein SuB, ein Stapel ungelesener Bücher, kann für einen wahren Bücherwurm doch gar nicht hoch genug sein.


Und deshalb möchte ich euch in der Adventszeit beschenken - mit Büchern natürlich!

Doch in diesem Jahr wird es kein Buch aus meiner Feder geben. Das Jahr 2016 war nicht mein kreativstes Jahr, was das Schreiben angeht. Tatsächlich habe ich vor allem Korrektorat und Lektorat für eine Handvoll toller Autorinnen und Autoren gemacht, habe quasi literarische Geburtshilfe geleistet. Inzwischen bin ich mehr als stolz, wenn ich all die großartigen Bücher in den Top-Ranglisten bei Amazon und sogar auf Shortlists begehrter Literaturpreise entdecke, an deren Entstehung ich beteiligt war.

Und deshalb möchte ich mit meinem diesjährigen Adventsgewinnspiel vier Bücher von drei Autorinnen und einem Autoren vorstellen und als Gewinne ausschreiben, die mir auch persönlich sehr gut gefallen. Die Arbeit an diesen Manuskripten hat mir in jedem Fall unglaublich viel Spaß gemacht.

Bild: manwalk  / pixelio.de

So funktioniert es:

Am Sonntag, 27. November 2016, geht es los. Dann stelle ich euch das erste Buch und die Autorin dahinter vor, und ihr könnt in den Lostopf hüpfen, wenn ihr dieses Buch als Taschenbuchausgabe mit persönlicher Widmung der Autorin gewinnen möchtet. Am darauffolgenden Mittwoch wird ausgelost. Der Gewinner wird hier auf dem Blog und bei Facebook bekanntgegeben. Die Adresse teile ich dann der Autorin mit, die den Buchgewinn direkt versenden wird.

An jedem Adventssonntag stelle ich ein Buch und dessen Autoren vor und eröffne einen neuen Lostopf. Viermal habt ihr also die Möglichkeit, hier etwas zu gewinnen.

Und das sind "meine" Autoren:

Melissa David mit ihrer "Kruento"-Reihe - Urban Fantasy über einen Bostoner Vampirclan

Thor Ansell mit "Pandemie" - ein sauspannender Wissenschaftsthriller

Elke Aybar mit ihrer Dark Fantasy Vampirsaga "Geheimnisse von Blut & Liebe"

Annabelle Schiller mit der zuckersüßen Weihnachtsromanze "Lavendelherz"

Also, ihr Lieben, lasst euch von uns auf die Weihnachtszeit einstimmen, lernt einzigartige Autoren kennen, entdeckt neue Bücher und macht alle mit beim großen Adventsgewinnspiel!

Wir sehen uns am 1. Adventssonntag!

P.S. Weihnachtskatzen-Content. Einfach nur so. :-)

JMG  / pixelio.de


Montag, 24. Oktober 2016

FBM und BuCon 2016 - Meine Nachlese

Wandelnde Buchkunst auf dem BuCon
Ach, was war das wieder schön auf den zwei Buchmessen im Herbst, der großen Frankfurter und ihrer "kleinen Schwester" (oder Bruder, denn es heißt DER, nicht DIE), dem Buchmesse Convent in Dreieich-Sprendlingen!

Meine Nachlese fällt dieses Jahr zeitknappheitsbedingt (was für ein Wort!) recht kurz aus, also alle drei Messetage in einem Bericht. Dabei habe ich wieder zwei sehr intensive Messetage in Frankfurt verbracht und einen traumhaft schönen BuCon am Samstag erlebt. Ich möchte jetzt nicht jeden einzelnen Buchmenschen aufzählen, dem ich begegnet bin, denn ich würde mit Sicherheit jemanden übersehen, und das wäre ja nicht fair. Dennoch lasst mich stellvertretend ein paar wenige Highlights erwähnen. Okay, vergesst es, sooo kurz wird es wohl doch nicht ...

Freudiges Wiedersehen

Mit Melisa Schwermer
Ich habe mich riesig gefreut, Melisa Schwermer wiederzusehen. Sie stand ja mit ihrem Thriller "So bitter die Schuld" auf der Shortlist für den Amazon Kindle Storyteller Award als eine der fünf Finalisten. Ich habe ihr von Anfang an die Daumen gedrückt. Es hat letzten Endes zwar nicht gereicht (der Preis ging an Halo Summer für ihre bezaubernde Märchenadaption "Aschenkindel" - Glückwunsch dazu!), aber sie wirkte völlig zufrieden und fast ein wenig erleichtert, dem unausweichlichen Medienrummel, der um die Preisträgerin veranstaltet werden würde, zu entgehen. Und unter uns: Bei dem Erfolg, den Melisa derzeit feiert, darf sie vollkommen zu Recht stolz sein und sich freuen wie eine Siegerin (die ist sie sowieso!).

Neue Gesichter, spannende Gespräche

Halo Summer, die Storyteller-Gewinnerin
Ein besonderes Erlebnis war mein Treffen mit Thor Ansell. Er ist zwar in seiner Branche als Drehbuchautor und Filmproduzent ein "alter Hase", aber auf dem Gebiet des Bücherschreibens noch ein Greenhorn. Im August erst erschien sein Debüt, der Wissenschaftsthriller "Pandemie", den ich für Thor korrigieren durfte. Übrigens ein hammergeiler Pageturner, den ich demnächst noch ausführlich vorstellen werde. Wir trafen uns bei der Storyteller-Preisverleihung, genossen dort ein Gläschen Sekt und schlenderten fast den ganzen Nachmittag gemeinsam über die Messe. Dabei fiel mir erst einmal auf, wie viele Buchmenschen ich mittlerweile persönlich kenne und wie gut ich dann doch vernetzt bin. Denn ich konnte Thor mit ein paar Leuten bekannt machen und fungierte immer mal als Gesprächseröffnerin. Ein besonders gutes Gespräch konnten wir übrigens mit Patricia Gentner am Stand von Tolino Media führen. Eine sehr sympathische Frau, ich freue mich, Patricia nun auch einmal persönlich kennengelernt zu haben.

Skoutzige Leserparty
Am Freitagabend folgte das Highlight schlechthin. Ich feierte die Verleihung des ersten Skoutz Award auf der Skoutz Leserparty im Club Walden mitten in Frankfurt. Zwei Leserinnen meiner Geschichten hatten bei mir Tickets gewonnen, und so hatte ich gleich zwei Mädels dabei, die mir die Däumchen drücken konnten, denn ich stand ja mit meinen Schauermärchen im Finale in der Kategorie Horror. Um es kurz zu machen: Nein, ich hab den Award dann doch nicht gewonnen. Der ging an Simon Geraedts für "Das Opfermesser". Ich gratuliere! Es war ein lustiger, unterhaltsamer Abend, vielen Dank an meine zwei Begleiterinnen Julia und Melanie!
Ob ich jetzt enttäuscht bin? Nö. Klar wäre es total cool gewesen, am Ende tatsächlich den Preis zu bekommen. Aber erstens war es in unserer Kategorie wieder eine verdammt knappe Kiste, weil wir drei Kandidaten wie schon in der Vorrunde fast stimmgleich lagen, und zweitens war es für mich eh schon eine Sensation, so weit zu kommen. Mit Kurzgeschichten. Märchen noch dazu! Und mein Buch war ab der Midlist das Einzige mit Kurzgeschichten, ansonsten nur Romane. Quasi ein Exot. Das Skoutz Team kündigte übrigens schon an, dass es im nächsten Jahr wohl auch einen Preis für die beste Anthologie/Kurzgeschichte geben wird. Das wäre schön. Ihr wisst ja, wie sehr mein Herz an Kurzgeschichten hängt und wie oft ich dafür kämpfe, dass diese Literaturgattung in Deutschland wahr- und ernstgenommen wird!
An dieser Stelle vielen Dank an alle, die mich mit ihrer Stimme unterstützt haben, danke für all das positive Feedback zu meinen Schauermärchen! Und sorry an meine Jurorin Demetria Cornfield, dass ich ihr den Appetit auf Brezeln wohl für immer verdorben habe!

BuCon mit dem Qindianischen Quartett

David Pawn & Katharina Gerlach
Ich arbeite noch daran, dass sich dieser Begriff unter meinen Q-Kollegen durchsetzt, denn ich finde ihn genial. Der BuCon war einfach schön. Ich habe es nicht nur genossen, so viele liebe Buchmenschen wiederzutreffen, die eben wirklich nur zum BuCon kommen und nicht auf der FBM anzutreffen sind. Nein, in diesem Jahr gehörte ich ja selbst zu den Menschen, die den Con mitgestalten, nämlich als Aussteller und als lesende Autorin im prall gefüllten BuCon-Programm.
Um 14 Uhr saß ich zusammen mit Katharina Gerlach, matí und David Pawn aka Michael Siedentopf im Raum Deep Space 4 vor einem kleinen, feinen, aufmerksam lauschenden Publikum. Jeder von uns gab eine Kostprobe seines Schaffens zum Besten. Und ich lauschte selbst sehr aufmerksam, denn ich muss gestehen, dass ich noch nicht allzu viel von meinen lieben Q-Mitstreitern gelesen habe. Wir vier bildeten also das "Qindianische Quartett". Es gibt auch Fotos, die liefere ich beizeiten nach, ich nehme an, die werden demnächst hier zu finden sein.

Mit Regina Mengel
Was mich sehr freute, war das viele herzliche Feedback von KollegInnen zum nicht gewonnenen Skoutz Award. Danke, auch wenn ich wirklich keinen Trost gebraucht habe, weil ich deswegen nicht niedergeschlagen war, hat es sehr gut getan, all das Lob entgegenzunehmen. Und darüber hinaus entschädigten mich die guten Verkäufe meiner zwei Bücher. Jedes wurde mehrere Male verkauft, und ein paar der Schauermärchenbücher tatsächlich im Anschluss an die Lesung, bei der ich daraus das Rachemärchen "Schwefelhölzchen" vorgelesen hatte - das hatte ein paar Leute überzeugt, wie sie mir selbst bestätigten.
Ansonsten war es einfach schön, meine lieben Qindie-Kollegen wiederzusehen und mit ihnen gemeinsam den BuCon zu bestreiten: Regina Mengel, Katharina Gerlach, matí, Michael Siedentopf und Horus W. Odenthal, den ich endlich persönlich kennenlernen durfte. Unser Tisch war winzig, aber immer gut besucht. Ich denke, es hat sich für jeden von uns gelohnt. Und ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr (vielleicht mit einem größeren Tisch).

So. Und nun bin ich echt platt und freue mich auf eine Woche Urlaub inklusive Besuch der Eltern an der Ostsee, wo ich mich nach Strich und Faden verwöhnen lassen will. Das hab ich mir verdient! :-)

Bis bald, ihr Lieben,
ich wünsche euch eine schöne Herbstzeit
und stets ein gutes Buch zur Hand!



Dienstag, 18. Oktober 2016

Die 68. Frankfurter Buchmesse ist eröffnet!

Es ist wieder soweit. Frankfurt befindet sich im Messefieber. Im Buchmessefieber. Verfolgt man die sozialen Medien, bekommt man jedoch schnell den Eindruck, ganz Deutschland befindet sich im Buchmessefieber! #FBM16 und #Buchmesse sind die Trendthemen bei Twitter und Facebook. Die einen freuen sich wie verrückt, dabei sein zu können, die anderen jammern und trauern, dass sie es nicht sind. Dazwischen gibt es wenig. Buchmenschen lässt die Buchmesse eben nicht kalt.

Dit is wat we delen - Dies ist, was wir teilen

Willem-Alexander, Mathilde & Philippe
Ich hatte heute wieder das Glück, als eine der ersten Buchmesseluft zu schnuppern, denn ich war erneut zur Eröffnungsfeier eingeladen. Die hatte in diesem Jahr einen besonderen Bonus - einen königlichen. Denn als Gastland bzw. -länder präsentieren sich die Niederlande und Flandern, das ja zu Belgien gehört und Teil des belgischen Königreichs ist. Dementsprechend gaben sich die beiden königlichen Staatsoberhäupter die Ehre: Seine Majestät König Willem-Alexander und Seine Majestät König Philippe von Belgien zusammen mit seiner Frau Königin Mathilde.

Vor der Zeremonie im Saal Harmonie hatten wir keine Chance, an die Royals heranzukommen. Aber später, als sie den Gastpavillon feierlich eröffneten, kam ich doch noch recht nah und konnte Mathildes elegantes Outfit bewundern und ein paar vernünftige Fotos machen.

Für das Wort und die Freiheit

Der Festakt im Saal Harmonie war wirklich schön. Jürgen Boos von der Frankfurter Buchmesse, Heinrich Riethmüller vom Börsenverein, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, waren die deutschen Redner. Danach folgte eine beeindruckende, mitreißende Rede von Martin Schulz, dem Präsident des Europäischen Parlaments - übrigens ein gelernter Buchhändler und begeisterter Bücherwurm. Danach sprachen die Vertreter der Gastländer:
  • Geert Bourgeois – Ministerpräsident der Flämischen Regierung und Flämischer Minister für Außenpolitik und Kulturerbe
  • Dr. Jet Bussemaker – Niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft
  • Charlotte van den Broeck und Arnon Grünberg – Autoren des Ehrengastes Flandern & die Niederlande
"Kann es Literatur ohne Scham geben?"

Das Motto der Gastländer Niederlande & Flandern
Die beiden Autoren boten eine Art szenische Lesung dar, bei der sie abwechselnd einen wunderschönen Text mit dem Titel "Ohne Nabel" vortrugen. Darin ging es um Scham, um Liebe, um die Idee von einem Vaterland und die Frage nach der eigenen Identität. Sie lasen es auf deutsch vor, und es kam dank ihres Akzentes sehr sympathisch rüber. Ansonsten dominierten die großen Themen auch hier: Meinungsfreiheit, Fremdenfeindlichkeit, die Flüchtlinge, die politische Situation in der Türkei und der immer deutlicher werdende Rechtsruck in Europa mit der einhergehenden drohenden Spaltung. Sehr bewegend fand ich, als Riethmüller die Botschaft einer in der Türkei inhaftierten Autorin verlas. Dafür gab es spontan und leidenschaftlich viel Applaus.

Buchkunst made in Flandern
Was den Gastpavillon selbst betrifft - nun, er ist natürlich eingeweiht worden. Es gab Live-Musik, die Royals machten, gefolgt von einer Schar aus Journalisten und Fotografen, ihren obligatorischen Rundgang, es wurden viele Bücher präsentiert, darunter ein paar wirklich schöne Exemplare, und das Essen war extrem lecker (belgische Pommes frites, Matjes-Häppchen, Käsebällchen und Poffertjes). Aber mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Mitgerissen oder auf irgendeiner Ebene begeistert hat der Pavillon mich nicht. Er war ziemlich nüchtern gestaltet mit viel freier Fläche auf gepflastertem Steinfußboden. Es gab einige Sitzgelegenheiten, Raumteiler aus so einer Art Acrylglas und drumherum halbtransparente Stoffbahnen vom Boden bis zur Decke. Die Farbe Blau dominierte, und insgesamt war es sehr dunkel. Nein, irgendwie mag ich den Gastpavillon in diesem Jahr nicht.

Aber dennoch konnte ich ihn schon spüren, den Geist der Buchmesse. Nun freue ich mich auf meine Messetage am Donnerstag und Freitag. Ich werde wieder als Bloggerin mit Presseticket unterwegs sein und unter anderem live erleben, wie am Donnerstag Nachmittag der diesjährige Gewinner des Amazon Kindle Storyteller Awards verkündet wird. Da sich unter den fünf Shortlist-Kandidaten meine liebe Autorenkollegin Melisa Schwermer befindet, mit der ich im vergangenen Jahr eine gemeinsame Lesung bestreiten durfte, ist klar, für wen ich die Daumen drücke.

Also, ihr Lieben,
die Frankfurter Buchmesse 2016 wurde erfolgreich eröffnet,
ihr könnt ab morgen alle kommen.
Wir sehen uns!

Mittwoch, 12. Oktober 2016

31. Buchmesse Convent am 22.10.2016

Liebe Fans und Freunde der phantastischen Literatur, zur Einstimmung teile ich heute mal die offizielle Ankündigung zum BuCon 2016. Seid ihr dabei?

Stars der Fantasy in Dreieich - 31. Festival der phantastischen Literatur zur Frankfurter Buchmesse

Deutsche Science Fiction & Fantasy-Literatur-Szene trifft sich in Dreieich-Sprendlingen bei Frankfurt/Main zum 31. Buchmesse Convent - Kooperation mit den Bürgerhäusern Dreieich - Phantastische 56 Stunden Programm an einem Tag

Frankfurt/Dreieich. Zum 31. Mal treffen sich Fans von Science Fiction & Fantasy auf dem Buchmesse Convent (BuCon), Deutschlands führender Independent-Convention für phantastische Literatur. Dieses von der Messe unabhängige Festival des phantastischen Genres mit über 700 Besuchern findet am 22. Oktober 2016 und damit wie gewohnt parallel zur Frankfurter Buchmesse statt.
"Wir mögen zwar nicht so bekannt sein wie die große Buchmesse, aber viele der Autoren, die bei uns vor Jahren zum ersten Mal zu Gast waren, liegen heute auf den Bestsellerständern der großen Buchhandlungen", sagt Roger Murmann vom Organisationsteam. Prominente Gäste sind Grimmepreisträger und "Bernd-das-Brot"-Erfinder Tommy Krappweis, Markus Heitz, Kai Meyer, Tom Finn, Bernhard Hennen, Ivo Pala, Juliane Honisch, TS Orgel, Karsten Kruschel, Bernd Perplies,
Christian Humberg, Andrea Bottlinger, der Karl May Verlag, Thomas le Blanc, P.E.Jones, Oliver Plaschka und viele andere Top-Autoren der deutschsprachigen Phantastik-Szene. Ebenfalls vertreten ist die größte Science Fiction Serie der Welt, Perry Rhodan.
Auf phantastischen sieben mehrstündigen Programmschienen im Bürgerhaus und seinen Nebengebäuden mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionsrunden bieten die Veranstalter für jeden etwas. Autogramm- und Signierwünsche werden gerne (und vor allem kostenlos) erfüllt. Der Unterschied zum "großen Bruder" Buchmesse liegt denn auch darin, dass hier Fans den Autoren auf Augenhöhe begegnen und man im lockeren Umgangston das "Du" pflegt.
Im Foyer bieten Zeichnertische optische Kontraste. Eine Ausstellung widmet sich dem Titelbild-Illustrator Timo Kümmel.
Als besondere Ehre wurde der Buchmesse Convent in diesem Jahr mit dem renommierten "Kurd-Laßwitz-Preis" ausgezeichnet, welcher jährlich von Deutschlands Literaturschaffenden im phantastischen Genre vergeben wird (www.kurd-lasswitz-preis.de).
Veranstalter ist eine erfahrene Gruppe langjähriger, in der Phantastik-Szene aktiver Fans in Kooperation mit dem Science Fiction Treff Darmstadt, dem Science Fiction Club Deutschland e.V. (gegr. 1955), sowie dem Jugendclub WIRIC im Bürgerverein Buchschlag e.V. und den Bürgerhäusern Dreieich.
Es wird demonstriert, dass utopisch-phantastische Literatur nicht zwangsläufig trivial sein muss. Bereits George Orwell, H.G. Wells und Jules Verne boten in ihren Werken Visionen und Voraussagen, die heute zur alltäglichen Realität gehören. Und werke, wie das Fantasy-Epos "Der Herr der Ringe" des englischen Professors J.R.R. Tolkien zählen heute zur Weltliteratur, während die Verfilmung von George R.R. Martins Meisterwerk "Game of Thrones" Millionen TV-Zuschauer vor die Fernsehschirme zieht. Natürlich darf aber auch der unterhaltende Spannungsroman nicht fehlen. Die Veranstalter zeigen, dass trotz des aktuellen "Star Wars"-Booms das phantastische Buch nicht tot ist,
sondern durch den Einsatz moderner Technik, sowie der Möglichkeiten des Internets gerade heute wieder eine ungeahnte Renaissance erlebt. Gerade in Deutschland kann Science Fiction und Fantasy im Selfpublishing-Bereich ein durchaus eigenständiges, vom anglo-amerikanischen Raum unabhängiges Profil vorweisen. Der Buchmesse Convent präsentiert die gesamte Bandbreite, vom Groschenroman bis zum bibliophilen Werk. Fan-Sein bedeutet nicht sturer Konsum, sondern kritische Auseinandersetzung mit dem Autor und seinem Werk. Wohl nirgendwo anders ist die bundesdeutsche Science Fiction- & Fantasy-Autoren & -Leserszene so lebendig, als auf dieser messeunabhängigen Traditionsveranstaltung. Kostümierte Besuchermassen wird man auf dieser literarisch orientierten Veranstaltung allerdings vergeblich suchen.
Höhepunkte der Convention sind traditionell die Verleihung des vom BuCon-Team vergebenen "BuCon-Ehrenpreises", sowie des "Deutschen Phantastik Preises" (DPP), der in mehreren Kategorien per Internetabstimmung (www.deutscher-phantastik-preis.de) ermittelt wird.
Wie jedes Jahr, kommt man bereits am Freitag, den 21.10., ab 20 Uhr zum Einstimmungstreffen zusammen. Den Ort findet man auf der Homepage. Am Samstag, den 22.10., ist ab 10 Uhr Einlass. Der Eintritt beträgt an der Tageskasse 10 Euro, Ermäßigungen sind möglich. Das Ende des Convents ist für 20 Uhr vorgesehen. "Convention Center" ist das Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen, Fichtestrasse 50.
Begleitet wird die Veranstaltung von einer gut sortierten Phantastik-Börse. Zahlreiche Kleinverlage, Autoren und Buchhändler füllen jede Lücke im Bücherregal auf.
Informationen, sowie eine ausführliche Programmübersicht findet man im
Internet unter der Adresse: http://www.buchmessecon.de
...oder im Sozialen Netzwerk Facebook
Fanseite: http://www.facebook.com/BuchmesseConvent
Fangruppe: https://www.facebook.com/groups/buconfans
Eine Fotogalerie zum vergangenen BuCon 2015 findet man hier:
https://flic.kr/s/aHskjassXf

Kontakt:
Roger Murmann
Wilhelm-Leuschner-Str.17
64859 Eppertshausen
Telefon 06071/38718 bzw. 01577/3885981
e-mail: buchmessecon@gmx.de
oder
Christian de Ahna
Postfach 301103
63274 Dreieich
Telefon 0178/6978501
e-mail: wiric@gmx.net

Dienstag, 11. Oktober 2016

Bloody Qindie: Besessen - Leseprobe

Wie versprochen habe ich euch hier mal einen Ausschnitt aus meiner Kurzgeschichte "Rent a Body, Inc." herausgesucht. Es ist weniger Horror als Science Fiction. Ich habe mich von Stoffen wie "Total Recall" oder "Surrogates" inspirieren lassen. Darum geht es:

Harald Wolländer braucht Abwechslung und einen Kick in seinem öde gewordenen Leben. Er möchte die Dienstleistungen der ominösen Firma Rent a Body, Inc. in Anspruch nehmen. Die sorgen dafür, dass man als sogenannter Begleiter eine bestimmte Zeit im Kopf eines Fremden verbringt und erlebt und fühlt, was diesem widerfährt, und das kann alles sein, vom Profiboxkampf bis zum erotischen Abenteuer. Reizvoll, aber für den Begleiter vollkommen ungefährlich - sagt zumindest Rent a Body, Inc. ...

Das Buch ist ab sofort als E-Book und Taschenbuch bei Amazon erhältlich und demnächst auch in den Tolino-Shops. Übrigens: Wer den diesjährigen BuCon am 22. Oktober 2016 in Dreieich-Sprendlingen besucht, kann auch dort am Qindie-Stand sein Exemplar erwerben - mit Autogramm der anwesenden Autoren!

Und nun geht es los mit der Leseprobe - viel Vergnügen!

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Es war kurz nach halb sechs, und Harald Wolländer musste sich langsam entscheiden, ob er den Rest des Abends als Profiboxer, Kleinkrimineller oder Gigolo verbringen wollte. Nicht dass es da allzu große Unterschiede gab, genaugenommen. Zwielichtig und ein bisschen zu weit auf der dunklen Seite der Moral waren sie alle drei. Doch Wolländer wollte seine Entscheidung sorgfältig treffen, schließlich war der Spaß ziemlich teuer, und er wollte es später nicht bereuen, sein Geld für die falsche Wahl verschwendet zu haben.
Es standen auch noch andere Mietkörper zur Verfügung, doch die erfüllten Wolländers heimliche Wünsche nicht einmal annähernd. Was sollte er mit einem Chirurgen in der Notaufnahme anfangen? Oder mit einem Taxifahrer, dessen Fahrgäste verrückter und gefährlicher wurden, je weiter die nächtliche Stunde vorrückte?
Was hatte ihm die kleine Blondine mit einem frivolen Augenzwinkern vorgeschlagen?
„Wie wär’s mit einer Prostituierten, Herr Wolländer? Das wäre wirklich eine komplett neue Erfahrung, aber sehr aufregend und stimulierend. Ein paar unserer Stammkunden schwören darauf.“
Eine Nutte! Wolländers Mund zuckte, als er ein Grinsen unterdrückte. Nein, so pervers war er nun auch wieder nicht, und das Letzte, was er erleben wollte, war, den Schwanz eines fremden Mannes in sich zu spüren. Der Gedanke fühlte sich widerlich an. Unruhig rutschte er auf dem Sessel umher und versuchte, sich wieder auf die Profile zu konzentrieren, die Isabel Kerkes, die blonde Kundenberaterin bei Rent a Body, Inc., für ihn ausgesucht hatte.
Die drei Gesichter schwebten vor ihm, direkt daneben waren die Daten zu jedem einzelnen Mietkörper aufgelistet. Mit lockeren Handbewegungen sprang Wolländer von einem Profil zum anderen, ließ die Daten vorbeirollen.
Der Profiboxer war jung, mit seinen 25 Jahren hatte er schon fast 20 Kämpfe bestritten und alle gewonnen – elf davon sogar durch K.O. Boxen war Wolländers Leidenschaft. Als Teenager hatte er mit dem Boxsport angefangen und von einer Karriere als Profi geträumt. Aber er war nie gut genug gewesen. Nachdem er bei einem Turnierkampf so unglücklich getroffen worden war, dass er minutenlang bewusstlos dagelegen und anschließend ständig mit Kopfschmerzen und Nasenbluten zu kämpfen hatte, gab er das Boxen schweren Herzens auf. Die Beschwerden meldeten sich seitdem in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Zuerst Kopfschmerzen – und mit ziemlicher Sicherheit blutete seine Nase früher oder später.
Hätte er das auf dem Fragebogen vielleicht eintragen sollen, den er bei seiner Anmeldung von Isabel Kerkes erhalten hatte? Aber da war nur nach chronischen Krankheiten und dergleichen gefragt worden. Nasenbluten und Kopfschmerzen? Das hatte doch jeder mal.
Der junge Mann auf dem Display sollte heute Nacht gegen einen Herausforderer aus England antreten, der schon zum zweiten Mal versuchte, ihm den Gürtel abzunehmen. Wolländer hatte ihn schon einmal live boxen sehen und wusste, wie hart der Kerl von der Insel zuschlagen konnte.
„Nun, Herr Wolländer“, unterbrach Frau Kerkes mit sanfter Stimme seine Gedankengänge. „Sie scheinen noch immer mit Ihrer Entscheidung zu ringen …“
Wolländer schaute ihr zuerst ins tief ausgeschnittene Dekolleté, das unter dem leuchtenden Profil des Kleinkriminellen hervorlugte, dann quer durch die transparente Anzeige in ihre haselnussbraunen Augen, aus denen sie ihn freundlich anstrahlte. Sie roch gut, selbst jetzt, als sie hinter dem weißen Schreibtisch Platz genommen hatte, wehte der weiche Duft nach Mango und Vanille in seine Nase.
Emily duftete auch manchmal so. Er fragte sich, ob sie dasselbe Parfum wie Frau Kerkes verwendete. Es war lange her, dass er Emily nah genug gekommen war, um ihren Duft einzuatmen. Sie hatte irgendwann angefangen, ihr Leben ohne ihn zu führen. Er hatte ihr nicht gesagt, wo er heute Abend war, aber das war nichts Ungewöhnliches. Er redete nur noch selten mit ihr und noch seltener sagte er ihr Bescheid, wenn er etwas vorhatte, denn sie hatte ihm immer wieder deutlich zu verstehen gegeben, dass es ihr egal war.
Frau Kerkes beugte sich vor. Mit rot lackiertem Zeigefinger berührte sie das Profil in der Mitte an einem rot leuchtenden Punkt in der rechten oberen Ecke, worauf es erlosch. Nun blickten Wolländer nur noch die kühlen Augen des Boxers und die unter dichten Augenbrauen hervorblitzenden Augen des Schürzenjägers an. In der frisch entstandenen Lücke zwischen den Displays nahm Frau Kerkes, die in der Zwischenzeit um den Tisch herum gekommen war, auf der Tischkante Platz, schlug ihre schlanken Beine übereinander und lächelte Wolländer an, der fragend zurückblickte.
„Eine Entscheidung wurde Ihnen abgenommen“, kommentierte sie das Aus für den Gangster. „Ich habe soeben die Bestätigung erhalten, dass der junge Mann bei einer Schießerei in einem Spirituosengeschäft ums Leben gekommen ist. Gerade erst vor einer Stunde. Schicksal!“
Sie beugte sich noch ein Stück weiter vor. Ihr Duft ließ Wolländers Nase kitzeln, und ihre vollen Brüste lugten wie reife Früchte aus ihrer Bluse hervor. Wenig erstaunt stellte er fest, dass sein Riechorgan nicht der einzige Teil seines Körpers war, der auf Isabel Kerkes‘ Nähe reagierte. Verlegen räusperte er sich und schlug seinerseits die Beine übereinander.
„Unter uns gesagt: Hautnah mitzuerleben, wie so ein Stück Abfall der Gesellschaft eine Tankstelle ausraubt oder wehrlose alte Damen mit ihren eigenen Gehstöcken verprügelt, fühlt sich nicht annähernd so prickelnd an, wie die meisten glauben“, erklärte sie nun im Plauderton. „Ich habe hier schon erlebt, wie gestandene Männer unter Tränen zusammenbrachen, nachdem sie sich selbst beweisen wollten, was für harte Kerle sie in ihrem Inneren doch sind. Die sind nach Hause geschlichen, haben ihre Mütter angerufen, um ihnen zu sagen, wie sehr sie sie liebten, und haben ihren Ehefrauen spontan Blumen geschenkt. Vielleicht war es wirklich ein Wink des Schicksals, dass Ihnen diese Erfahrung heute Nacht erspart bleibt.“
Wolländer fuhr sich durch die Haare. Seine Hand strich über die Halbglatze, die seit einigen Jahren erfolgreich um die Vormacht auf seinem Kopf kämpfte. Ob die Kerkes ihn attraktiv fand? Er merkte, dass sie weiterplapperte. Es schien sie nicht zu stören, dass er mit seinen Blicken schon wieder an ihren Brüsten hängengeblieben war.
„Die meisten unserer Kunden sind nicht solche Typen“, sagte Frau Kerkes nun, „auch wenn sie das vorher nicht glauben wollen. Sie, Herr Wolländer, sind auch nicht so einer. Sie wollen Nervenkitzel, ja. Sie wollen endlich mal wieder Adrenalin in Ihren Adern spüren, aber Sie wollen das nicht auf Kosten anderer, nicht, indem Sie dabei sind, wenn jemand das Gesetz bricht.“
Wolländer brummte zustimmend. Vielleicht war es wirklich eine dumme Idee gewesen, in die Haut eines waschechten Kriminellen zu schlüpfen. Aber wenn er ehrlich war, wollte er eigentlich etwas ganz anderes.
„Also Herr Wolländer, nun müssen Sie sich nur noch zwischen zwei Kandidaten entscheiden“, sagte sie. „Welcher soll es sein? Der Boxer? Der Lover? Ich habe beide schon mehrfach erfolgreich vermietet. Ich garantiere Ihnen, Sie werden ein intensives Erlebnis haben. Aber Sie sollten sich jetzt wirklich entscheiden, denn wir müssen noch einiges vorbereiten, und allein für den Transfer selbst benötigen wir eine halbe Stunde.“
Er gab sich einen Ruck. „Wissen Sie, ich habe mal geboxt.“
Er wartete ihre Reaktion ab. Ob es sie beeindruckte? An ihrer Miene war es jedenfalls nicht zu erkennen. Die Blondine zeigte weiterhin ihr freundliches Lächeln. Sie sollte Poker spielen, dachte er.
„Ich würde das gern wieder erleben.“
„Der Boxer also. Sehr schön!“
Sie nickte, erhob sich und setzte sich wieder auf ihren Platz hinter dem Schreibtisch. Auf der in die Tischplatte integrierten Tastatur machte sie einige Eingaben und überflog die Daten, die auf ihrem Monitor angezeigt wurden. Plötzlich verzog sie den Mund.
„Das gibt’s doch nicht“, murmelte sie.
„Was ist denn los?“, wollte Wolländer wissen.
Sie antwortete nicht. Stattdessen aktivierte sie ihr Earphone, wartete kurz und wechselte leise ein paar Worte, die Wolländer nicht alle verstand, aber was er aufschnappte, ließ ihn ahnen, dass ihm gerade erneut ein Strich durch die Rechnung gemacht worden war.
Frau Kerkes beendete ihr Telefonat, atmete tief durch, bevor sie sich mit einem Lächeln wieder an Wolländer wandte. „Wie es aussieht, ist das heute nicht gerade Ihr Glückstag. Ihr Wunschkandidat wird heute Abend nicht boxen, der Kampf wurde abgesagt.“
„Warum?“, fragte er. „Ist noch jemand gestorben?“
„Nein, nein, so dramatisch ist es nicht. Ihrem Boxer geht es gut, aber sein Herausforderer ist an einer schweren Grippe erkrankt und kann nicht antreten. Es soll schon den ganzen Nachmittag in den Medien verbreitet werden. Tut mir leid, dass mir das entgangen ist. Ich hatte die in Frage kommenden Profile schon heute Morgen für Sie vorbereitet und keine Zeit, zwischendurch die Nachrichten zu verfolgen.“
Wolländer seufzte. „Ich nehme an, Sie haben keine Zeit mehr, noch weitere geeignete Kandidaten für mich herauszusuchen?“
Sie machte einen Schmollmund. „Leider nein, Herr Wolländer.“
Er seufzte noch einmal und sackte in seinem Sessel zusammen.
Frau Kerkes stand auf, machte eine Handbewegung, um das verbliebene Display mit den Daten zu dem Gigolo zu vergrößern und sagte: „Schauen Sie sich sein Profil noch einmal an. Es ist ein Glücksfall, dass er heute Abend noch verfügbar ist. Einige unserer Klienten wurden bei ihm schon Wiederholungstäter, weil sie so zufrieden waren. Jeder fühlte sich nach einer Nacht mit unserem Mr. Hot wie neugeboren. Ich kann Ihnen versprechen, dass Sie diese Erfahrung nicht bereuen werden.“
„Und was hat er heute Nacht geplant?“, fragte Wolländer. Im Grunde genommen hatte er nichts gegen diese dritte Option, wenn sie nicht genau das gewesen wäre: die dritte Option. Nicht erste Wahl, nicht einmal zweite Wahl, sondern nur das, was übrigblieb. Wäre es anders gewesen, hätte die Kerkes wahrscheinlich nicht so viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Wieso sollte er etwas gegen ein erotisches Abenteuer haben?
Frau Kerkes zwinkerte ihm zu. „Ich versichere Ihnen, er wird kein Verbrechen begehen, er ist kerngesund, und er hat nicht vor, mit Kartoffelchips und einem Sixpack Bier auf dem Sofa zu hocken und irgendeinen hirnlosen Scheiß im Fernsehen anzuschauen. Sie werden eine Nacht erleben, die Sie nicht so schnell vergessen werden.“
Wolländer nickte. „Okay, aber was genau wird er machen? Wissen Sie das auch? Was werde ich mit ihm erleben?“
„Selbstverständlich wissen wir das. Er hat eine Verabredung mit einer Dame, die er im Netz kennengelernt hat – auf einer Plattform für die Vermittlung von Blind Dates und One-Night-Stands. Wie klingt das für Sie?“
Wolländer grinste sie ungeniert an. „Ich denke, das könnte mir gefallen.“


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Na? Hat es euch gefallen? Wollt ihr wissen, wie es weitergeht? Dann holt euch einfach unsere Anthologie - ich wünsche euch viel Spaß bei der Lektüre!


Sonntag, 2. Oktober 2016

Bald: Neue Qindie-Anthologie "Besessen"

Damit ihr es mit als erste erfahrt: Bloody Qindie schlägt wieder zu. Am 10. Oktober 2016 wird die neue Anthologie "Bloody Qindie präsentiert: Besessen. Halloween-Special" veröffentlicht. Einen ersten Eindruck könnt ihr euch schon machen, denn auf Amazon entdeckte ich heute die Produktseite zu unserem Buch.

13 Geschichten von 10 Qindie-Autoren erwarten euch, und unter dem Motto "Besessen" dürft ihr euch auf einiges gefasst machen. Denn jeder von uns hat das Thema auf seine Weise ausgelegt und interpretiert. Es werden also nicht nur Exorzisten auf vom Teufel besessene Mädchen treffen - kann sogar sein, dass die gar nicht vorkommen, so genau weiß selbst ich als Mitautorin das noch nicht.

Es wird auf jeden Fall düster, unheimlich, dämonisch und böse. 

Werft doch schon mal einen Blick auf die Titel der Kurzgeschichten und ihre Autoren:

Fließen – Melanie Meier
Die Kunst des Überlebens – matì
Gelee – Divina Michaelis
Bubu – Nike Mangold
Glitzernde Scherben aus Dunkelheit – Katharina Gerlach
Der Jenseitsapparat – matì
Rent a Body, Inc. – Jana Oltersdorff
Der Besucher – Selma J. Spieweg
Lass mich frei! – Martina Bauer
Pranger – Kathleen Stemmler
Rendezvous mit dem Nachtalb – L.U. Ulder
Die trügerische Lust der Weiber von Fallensham – matì
Eine unheilige Wette – Divina Michaelis

Da bin selbst ich gespannt, was mich erwartet. Besonders neugierig machen mich die Geschichten "Gelee" und "Die trügerische Lust der Weiber von Fallensham" - schon allein wegen ihrer originellen Titel.

Und mal ehrlich: Ist das Cover nicht einfach atemberaubend? Da hat unsere "hauseigene" Coverdesignerin Jacqueline Spieweg wieder ein kleines Meisterwerk abgeliefert.

Ich werde demnächst mal eine Leseprobe aus meinem eigenen Beitrag veröffentlichen. Bei "Rent a Body, Inc." geht es um eine hochmoderne, kommerzialisierte Art von Besessenheit. Mehr verrate ich aber noch nicht.

Vorbestellen könnt ihr das e-Book jetzt schon. Oder ihr wartet entspannt auf das Taschenbuch oder die Veröffentlichung in den Tolino-Shops. Und in der Zwischenzeit greift ihr einfach zum Vorgänger mit dem Titel "Bloody Qindie präsentiert: Dunkle Seelen" - mit einem nicht minder tollen Cover, ebenfalls von Jacqueline Spieweg gestaltet.

Oh, das wird ein schaurig-schönes Halloween! 


Dienstag, 27. September 2016

Qindie auf dem BuCon 2016

Der Buchmesse-Countdown hat begonnen, und überall fangen die Verlage, Autoren und viele weitere Buchmenschen an zu wuseln und sich auf die Frankfurter Buchmesse und den Buchmesse Convent vorzubereiten.

Damit ihr auch schon einmal mit dem Herumwuseln anfangen könnt, habe ich hier einen ganz wichtigen Termin für euch:

Samstag, 22. Oktober 2016
14 Uhr
Deep Space 4

Unwissende werden fragen: Häh? BuCon-Kenner jedoch werden Oh! und Ah! rufen und es sich gleich mal in ihre Terminkalender eintragen. Denn dann werden vier Autoren von Qindie sich auf dem BuCon die Ehre geben und dem geneigten Ohr eine knappe Stunde lang feinste phantastische Literatur vorlesen. Mit dabei sind:

ma
Katharina Gerlach
David Pawn
und ... ich!

 
Wir bilden sozusagen das Qindianische Quartett! Es gibt eine feine Mischung aus Zeitreise-Scifi, orientalisch angehauchter Fantasy, Magie in bester Harry-Potter-Manier und schaurig-schönen Märchen für Hartgesottene.

Also, liebe BuCon-Besucher und Interessierte, fahrt am Messesamstag nicht auf die hoffnungslos überfüllte FBM, wenn ihr euch eigentlich nur für Fantasy, SciFi, Horror & Co. interessiert. Kommt lieber nach Dreieich-Sprendlingen ins Bürgerhaus und genießt die familiäre Atmosphäre, die Nähe zu Verlegern, Autoren und Gleichgesinnten. Nirgendwo sonst werdet ihr so nah an eure Lieblingsautoren herankommen! Es gibt Kuchen, Kaffee, Bier und Sekt und viele, viele Bücher, und abends wird der Deutsche Phantastik Preis verliehen - ist das was, oder ist das was?

Vor und nach unserer Lesung begrüßen wir euch gern an unserem Stand, denn Qindie wird in diesem Jahr erstmals als Aussteller auf dem BuCon vertreten sein.

Wir freuen uns auf euch ... und so langsam steigt bei mir die Aufregung ...